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Lagerautomatisierung im Wellpappewerk: Wie Sie Liefersicherheit und Marge dauerhaft sichern
Mehr als zwei Drittel aller Waren in Deutschland werden in Wellpappenverpackungen transportiert. Die Werke, die dieses Material produzieren, stehen dabei unter wachsendem Druck: Zuletzt verzeichneten die Mitgliedsunternehmen des Verbands der Wellpappenindustrie zwar ein leichtes Absatzplus – gleichzeitig brach der Umsatz um 8,2 Prozent ein.
Massiv gestiegene Rohstoffpreise und ein schwieriges Konsumklima hinterlassen deutliche Spuren.
Wer in diesem Umfeld Marge halten will, muss an der Effizienz der Intralogistik ansetzen. Denn die größten Hebel liegen oft nicht an der Maschine, sondern im Wellpappelager dahinter. Und dort arbeiten viele Werke noch mit Prozessen, deren Kosten im Tagesgeschäft unsichtbar bleiben – verteilt auf Personalstunden, Beschädigungsquoten und Kapazitäten, die die Produktion ausbremsen, statt sie zu unterstützen.
Der Korrugator gibt den Takt vor
Im Zentrum jedes Wellpappenwerks steht die Wellpappenanlage, kurz WPA oder Korrugator. Sie produziert im Dauerbetrieb und gibt den Takt für alle nachfolgenden Prozesse vor. Aus ihr kommen Wellpappenstapel in hunderten unterschiedlichen Formaten – kompakte Kleinformate ebenso wie großflächige Stapel mit mehreren Metern Länge.
Diese müssen unmittelbar und unterbrechungsfrei aufgenommen und weiterverarbeitet werden. Ein Rückstau in der Logistik ist sofort ein Rückstau in der Produktion.
Was diesen Materialfluss von anderen Branchen grundlegend unterscheidet, ist seine Dreistufigkeit. Zwischen Produktion und Versand durchläuft die Ware drei klar definierte Lagerstufen:
- WIP-Lager – direkter Puffer vor den Verarbeitungsmaschinen
- Formatwarenlager – entkoppelt WPA und Verarbeitung, ermöglicht wirtschaftlichere Produktionslose
- Fertigwarenlager – nimmt versandfertige Ware auf, durchschnittliche Verweildauer maximal 30 Tage
Der entscheidende Vorteil eines gut dimensionierten Formatwarenlagers liegt nicht nur in der Lagerfunktion selbst: Es erlaubt der WPA, in größeren Losen zu produzieren, während die Verarbeitungsmaschinen unabhängig davon ihren optimalen Rhythmus finden. Fehlt dieser Puffer, ist jede Störung an einer Maschine sofort im gesamten System spürbar.
Die unsichtbaren Kosten des Staplerbetriebs
Fast jeder zweite Lagerbetrieb in Deutschland kämpft heute mit Fachkräftemangel. In Wellpappewerken trifft das den Staplerfahrer zuerst: schwer zu finden, aufwändig einzuarbeiten, mit steigenden Lohnkosten verbunden.
Das ist der sichtbare Teil.
Was in der Kostenrechnung vieler Betriebe fehlt, sind die Folgekosten, die sich still und stetig verteilen: Warenbeschädigungen durch manuellen Transport nagen an der Marge, ohne einer einzelnen Position zugeordnet zu werden. Sicherheitsrisiken durch hohen Staplerverkehr auf begrenztem Raum entstehen schleichend. Und qualifiziertes Personal, das für Einarbeitung und Koordination gebunden ist, fehlt an anderer Stelle.
Hinzu kommt ein struktureller Nachteil, der oft erst spät sichtbar wird: Wer nicht auf Vorrat produzieren und direkt aus dem Lager liefern kann, verliert Rahmenverträge. Anton Goßner, Key Account Manager Wellpappe bei HÖRMANN Intralogistics: „Liefersicherheit ist heute ein Kaufargument – das erleben wir bei unseren Kunden immer wieder." Das Lager entscheidet also mit darüber, welche Aufträge ein Werk überhaupt gewinnen kann.
„Liefersicherheit ist heute ein Kaufargument – das erleben wir bei unseren Kunden immer wieder."
Mehr dazu, wie Automatisierung den Fachkräftemangel operativ entlastet: Fachkräftemangel Logistik: 5 Soforthebel.
Der operative Kipppunkt: das erste Außenlager
Automatisierungsprojekte entstehen selten aus ruhiger strategischer Planung. In der Praxis braucht es einen konkreten Auslöser – und der kommt meist in Form von Druck. Kostendruck, wenn Personalkosten steigen und Margen sinken. Kapazitätsdruck, wenn die Nachfrage wächst, aber die Lagerfläche nicht.
Und schließlich der operative Kipppunkt: das erste angemietete Außenlager.
Was als Übergangslösung gedacht ist, entpuppt sich schnell als dauerhafter Systembruch. Zusätzliche Transporte, zusätzliches Handling, eine Komplexität, die die gesamte Logistik weiter belastet – und Kosten, die sich auf mehrere Positionen verteilen und deshalb selten vollständig sichtbar werden.
Wer diesen Moment kennt, erkennt ihn als Signal: nicht als Normalzustand, sondern als Hinweis darauf, dass das bestehende System an seine Grenzen gestoßen ist.
Wenn eine Hand die Gesamtverantwortung trägt
Viele Wellpappewerke kennen dieses Szenario: Die Fördertechnik hinter der WPA wird von einem System gesteuert, das Hochregallager von einem anderen, die Versandbereitstellung von einem Dritten. Im Fehlerfall ist unklar, wo die Ursache liegt.
Was technisch möglich ist, scheitert oft an der Organisation. Schnittstellen erzeugen Reibungsverluste – und das Lager reagiert auf die Produktion, statt sie aktiv zu entlasten. Wer die Komplexität seines Materialflusses als Systemfrage begreift, löst Ursachen statt Symptome. Wie eine ganzheitliche Softwarelösung diesen Systembruch auflöst, zeigt der Artikel Lager digitalisieren: 3 Wege zu einem smarteren Materialfluss.
Wie ein durchgängiges System – von der WPA bis zur Laderampe – aussieht und welche Automatisierungsstufe für welchen Betrieb geeignet ist, zeigt das HÖRMANN Intralogistics Whitepaper zur Wellpappe-Intralogistik: Hier kostenlos herunterladen.
Fazit
Manuelle Intralogistik in Wellpappewerken hat ihren Preis – nur ist er selten auf einer einzigen Rechnung sichtbar. Er verteilt sich auf Personalstunden, Beschädigungsquoten, Außenlagermieten und entgangene Umsätze. Erst in der Gesamtschau wird deutlich, was ineffiziente Prozesse tatsächlich kosten. Wer heute auf Lagerautomatisierung setzt, investiert nicht nur in Effizienz – sondern in die Fähigkeit, morgen lieferfähig zu bleiben.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob Automatisierung sich lohnt. Sie ist, was ein weiteres Jahr ohne sie kostet.
Erfahren Sie, wie Sie Materialflüsse von der WPA bis zur Laderampe ohne Systembrüche steuern – mit konkreten Referenzprojekten, einer Entscheidungsmatrix für verschiedene Automatisierungsgrade und einem Selbsttest für Betriebsleiter: Jetzt kostenlos herunterladen
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Turnkey-Automatisierung im Wellpappelager
Das bringt Ihnen der Leitfaden
- Korrugator-Auslastung steigern: WPA-Produktivität um bis zu 50 % erhöhen
- Externe Lager eliminieren: bis zu 41.800 Stellplätze vollautomatisch verwalten
- Personalkosten senken: Staplerverkehr zwischen Produktion und Rampe vollständig automatisieren
- Systembrüche vermeiden: Fördertechnik, Hochregallager und WMS über eine Software steuern
- Investitionssicherheit: Referenzprojekte mit realen ROI-Kennzahlen und Entscheidungsmatri